Japanische Nachhaltigkeit

An Textilien ist ja wahrlich hier kein Mangel und wir wissen, wieviel Arbeitskraft und Material in die Produktion weltweit fliesst und wieviel dann wieder weggeeworfen wird oder im Second-Hand-Laden landet. Da liegt es nahe, die gebrauchten Sachen, die vielleicht etwas aus der Mode sind aufzupeppen und weiter zu nutzen. Das birgt Raum für neue Kreativität.

Die Japanerin Koko Yamase macht es uns vor mit dem neuen Buch Cut-up-couture aus dem Stiebner-Verlag. Dieser hat mir freundlicherweise ein Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt. In diesem Verlag ist auch z. B. Pattern magic erschienen.

Koko Yamase ist eine in Japan bekannte Designerin, die uns hier zeigt, wie man aus Männersachen: Hemden, T-Shirts, Sweat-Shirts und Schals neue Mode für Frauen designt und das auf verblüffend einfache Weise. Da werden von Hemden einfach die Kragen, Ärmel und Manschetten abgetrennt und mutig zu neuen Kleidern und Oberteilen remixt, dass es eine helle Freude ist.

Ich hatte zwar  Zugang zu Männersachen, doch um die Bluse von Seite 28 auszuprobieren, kaufte ich erst mal im Kaufhaus eine Doppel-Packung Herren-T-Shirts in Größe L. Es kostete dann doch etwas Überwindung, die Schere anzusetzen, doch es macht schlichtweg Spaß, Kokos Anleitungen zu folgen. Den Kleiderschrank durchforstet man plötzlich mit ganz anderen Augen.

Die einzelnen Modelle in dem Buch sind mit kleinen schematischen Zeichnungen erklärt und auch für Nähanfängerinnen geeignet. Ja vielleicht fällt es mancher sogar leichter, ein vorhandenes Teil abzuwandeln und das Nähen überhaupt erst mal auszuprobieren. Sicher, in dem Buch sind eher schlanke und zierliche Models zu sehen, doch das ist kein Hindernis, sich hier Anregungen für Eigenes zu holen.

Mir gefällt z.B. der Sweat-Shirtmantel und die Tasche aus Hemdkragen finde ich eine gute Idee, da ich weiß wieviel Mühe für eine Hobby-Schneiderin in einem Hemd-oder Blusenkragen steckt.